Rund ums Rad

Das Dreieck der Sicherheit

Die Stoßdämpfer, Bremsen und Reifen Ihres Fahrzeugs stellen ein miteinander verbundenes 'Dreieck der Sicherheit' dar. Wenn eines dieser Elemente jedoch nicht mehr korrekt funktioniert, wird aus Ihrem Dreieck der Sicherheit ein Warndreieck, das Sie nicht ignorieren dürfen. Achten Sie auf Folgendes, damit Sie mit gutem Gefühl losfahren können.

 

Schläge, Federweg und Verschleiß

Die Stoßdämpfer müssen geprüft werden, wenn folgendes auftritt:
Verlängerung des Bremsweges, Schlagen vorn oder hinten am Fahrzeug bei starken Bremsmanövern, 'Schaukeln' beim Durchfahren von Kurven und ungleichmäßiger Reifenverschleiß. Wenn Ihre Stoßdämpfer 50 % verschlissen sind, steigt Ihr Bremsweg bei 50 km/h um eine halbe Fahrzeuglänge. Unter diesen Bedingungen funktionieren ABS und ESP ebenfalls nicht optimal.

 

Anzeichen von Bremsenverschleiß

Bremsen verschleißen langsam. Es gibt jedoch Warnsignale, auf die Sie achten müssen: Die Bremsen fühlen sich weich an, die Räder blockieren schneller als gewohnt, das Bremspedal muss zum Bremsen weiter als gewohnt durchgetreten werden, die Bremsen machen Geräusche, wenn Sie sie betätigen, der Flüssigkeitsstand im Behälter fällt.

 

Sicherheitshinweise für Reifen

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, durch die Sie Ihre Reifen in einem Top-Zustand halten und die Sicherheit erhöhen können:

Reifendruck
Bei einem zu hohen oder zu geringen Reifendruck sinkt die Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Ihre Reifen verschleißen innen und außen schneller und der Kraftstoffverbrauch erhöht sich. Der korrekte Reifendruck für Ihr Fahrzeug ist in der Bedienungsanleitung aufgeführt. Wenn Sie sich trotzdem nicht sicher sind, wenden Sie sich an Ihren Service-Partner.
Prüfen Sie den Luftdruck alle zwei Wochen. Prüfen Sie den Luftdruck bei kalten Reifen, da die Messergebnisse nach längeren Fahrten mit hoher Geschwindigkeit verfälscht sein könnten.
Schrauben Sie Ventilkappen fest auf und ersetzen Sie verlorene Ventilkappen unverzüglich. Anderenfalls kann sich eine Undichtigkeit des Ventils entwickeln. Prüfen Sie zusätzlich die Gummiventile und Ventilsitze auf Beschädigungen.
Der Ersatzreifen sollte stets mit zusätzlichen 0,1 bis 0,3 bar befüllt werden. Dies darf jedoch nicht über den Wert für Fahrten mit voll beladenem Fahrzeug hinausgehen.

Profiltiefe
Wenn ein Reifen bis auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwert von 1,6 mm Profiltiefe abgenutzt ist, kommen Abnutzungsindikatoren zum Vorschein. Sommerreifen sollten jedoch bereits erneuert werden, wenn die Profiltiefe unter 3 mm beträgt. Wenn die Profiltiefe Ihrer Winterreifen unter 4 mm liegt, kann es zum Verlust der Straßenhaftung auf Schnee kommen.

Lagerung Ihrer Reifen
Auch bei der Lagerung von Reifen gibt es einiges zu beachten. Eine unkorrekte Lagerung kann die Lebensdauer Ihrer Reifen merklich verkürzen.
Bei der Demontage sollten auf den Reifen die Laufrichtung und die Position markiert (VR = vorne rechts, VL = vorne links, HR = hinten rechts, HL = hinten links) sowie Splittreste aus den Profilrillen entfernt werden. Die Reifen lagern am besten an einem trockenen, kühlen, dunklen und sauberen Ort. Reifen sollten auf den Felgen liegend gestapelt, Reifen ohne Felgen senkrecht aufgestellt und von Zeit zu Zeit gedreht werden.

Reifenschäden
Die heute angebotenen Reifen werden nach dem neuesten Stand der Technik hergestellt und sind daher höchst widerstandsfähig. Trotzdem sind auch sie für unkorrekte Verwendung anfällig - z. B. beim Fahren auf den Bürgersteig. Dies kann zu einem Druckverlust oder zur Korrosion des Reifengürtels führen. Es kann auch zu den gefürchteten Profilausbrüchen kommen, besonders beim Fahren mit hohen Geschwindigkeiten. Wenn Sie an Ihrem Fahrzeug Schwierigkeiten oder Beschädigungen irgendeiner Form festgestellt haben, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Service-Partner.

Reifenalter
Das Alter Ihrer Reifen kann an der Seitenwand abgelesen werden. Dort finden Sie das kodierte Herstellungsdatum – bei '0702' beispielsweise, steht '07' für Woche 7 und '02' für 2002. Bis zum 31. Dezember 1999 folgte auf die dritte Stelle das Symbol '<', so stand z.B. '8<' für das Produktionsjahr 1998. Sollten Sie einem derart alten Reifen begegnen, müssen Sie ihn unverzüglich erneuern! Reifen, die älter sind, als sechs Jahre, sollten je nach Zustand erneuert werden. Dies betrifft auch den Reservereifen.

Forschung zu Hintergründen der Alterung von Reifen
Reifengummi besteht teilweise aus Naturstoffen und unterliegt aus diesem Grund einer Alterung. Dies führt zu einer Änderung der technischen Eigenschaften des Reifenwerkstoffs im Laufe der Zeit. Der Alterungsvorgang kann durch falsche Lagerung noch verstärkt werden. Aus diesem Grund sollten Reifen nur in den ersten sechs Jahren nach ihrer Herstellung verwendet werden. Und obwohl die Reifenhersteller versuchen, dem Alterungsvorgang mit Hilfe von Additiven entgegenzuwirken, reagiert das Reifenmaterial empfindlich auf Umwelteinflüsse wie Temperatur, Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Ozon. Eine Verschmutzung durch Öl, Schmierfett, Lack, Kraftstoff und ähnliche Substanzen sollte ebenfalls vermieden werden.

Geschwindigkeit
Das Fahren mit hohen Geschwindigkeiten im Sommer kann ebenfalls zu einer Beschädigung der Reifen führen, da hier Reibung und Abrieb besonders stark sind. Es kann sogar zum Platzen des Reifens kommen. Halten Sie einige einfache Regeln ein, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Dazu gehört auch das Vermeiden von Fahrten mit hoher Geschwindigkeit bei voll beladenem Fahrzeug. Wenn Sie beispielsweise an besonders warmen Tagen mit viel Dachgepäck in den Urlaub fahren, überschreiten Sie nicht die empfohlene Höchstgeschwindigkeit Ihrer Reifen.

Reifenlast
Ihr Fahrzeug kann seine optimale Leistung nicht erbringen, wenn Sie es überladen. Zu hoch aufgetürmte Ladung auf dem Dachgepäckträger macht das Fahrzeug anfälliger für Seitenwind und kann die Bremsen zusätzlich belasten. Wenn Ihr Fahrzeug überladen ist, sind die Reifen die Leidtragenden. Das Gewicht von Gegenständen lässt sich schnell unterschätzen. Wiegen Sie Ihre Ladung daher bitte, wenn Sie nicht sicher sind und vergessen Sie auch nicht, das Gewicht des Dachgepäckträgers einzurechnen.

Parken
Die Bordsteinkante ist der größte Feind Ihrer Reifen. Starker Kontakt mit der Bordsteinkante kann den Reifen strukturell schädigen und hohen Verschleiß am Profil verursachen, oder sogar zum zurecht gefürchteten Platzen des Reifens führen.
Beim Parken ist es besser ein- oder zweimal von vorn zu beginnen, als mit den Reifen an der Bordsteinkante entlang zu scheuern.
Wenn Sie beispielsweise über eine Bordsteinkante oder eine Bahnschwelle fahren müssen, fahren Sie sehr langsam und möglichst im rechten Winkel.

Neue Reifenkennzeichnung seit 01. November 2012 / Aktuell: Das neue EU-Reifenlabel

Am 01. November 2012 trat die neue Europäische Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung in Kraft.
Alle Reifen, die nach dem 01.07.2012 produziert worden sind, müssen dann mit Angaben zur Energieeffizienz, zur Nasshaftung und zum externen Rollgeräusch gekennzeichnet sein. Der Vorteil für den Verbraucher: Er kann sich dann (wie z.B. auch schon bei Haushaltsgeräten und Kraftfahrzeugen) schnell und einfach informieren, welche Reifen besonders kraftstoffsparend, sicher und leise sind.